Talent im Land (TiL)


Lara: eine ganz normale Schülerin in der 10. Klasse des HGF. Ein ganz normaler Schultag. Es war angenehm warm, wir hatten Pause. Ich stand mit meinen Freundinnen im Pausenhof, als plötzlich mein Name aus einem Fenster gerufen wurde. Ich sollte hochkommen. Verdutzt schaute ich meine Freunde an und machte mich auf den Weg. Frau Bett wollte mich sprechen. Von da an veränderte sich mein Schulleben zum Besseren.

Frau Bett fragte mich an diesem Tag, ob ich mich nicht beim Programm Talent im Land bewerben wolle. Hierbei handelt es sich um ein Stipendienprogramm, welches begabte und engagierte Schülerinnen und Schüler auf dem Weg zum (Fach-)Abitur unterstützt und sich insbesondere – aber nicht nur – an Jugendliche mit Zuwanderungsgeschichte richtet.

Um teilnehmen zu können, muss man zunächst von einer Lehrkraft vorgeschlagen werden. Man muss zwar nicht hochbegabt sein, was die Noten angeht, aber gute schulische Leistungen muss man auf jeden Fall vorweisen können. Zudem sollte man motiviert, zielstrebig und leistungsbereit sein. Wichtig ist auch, ein Talent zu haben, z.B. in Kunst, Musik, Sport oder Naturwissenschaften. Und man muss mit der Teilnahme bereit sein, eine neue Herausforderung anzunehmen, denn letztlich lässt man sich hier auf etwas Unbekanntes ein, ohne zu wissen, was auf einen zukommt.

Ich war bereit. Und nachdem ich mich ausführlich informiert hatte, schickte ich alle nötigen Unterlagen, wie meine Schulzeugnisse, meinen Lebenslauf und einen Bericht von einer Lehrkraft an die zuständige Stelle im Kultusministerium. Dann hieß es warten.

Nach ca. 3 Wochen bekam ich eine Einladung zum Vorstellungsgespräch, das aufgrund der Pandemie online durchgeführt wurde. Die Jury bestand aus zwei Personen, die sehr sympathisch und nett waren. Ich wurde nach meinen Hobbys, meinen Zielen nach dem Abitur und zu meiner Person befragt. Danach hieß es wieder abwarten und hoffen.

Nach vier Wochen kam dann die ersehnte Zusage und ich gebe zu, dass ich in diesem Moment sehr stolz war, denn schließlich sind die Plätze begrenzt. Auch meine Familie hat sich sehr für mich gefreut.

Seitdem bin ich nun Teil der TiL-Familie: Bis zum Abitur erhalte ich eine finanzielle Unterstützung von monatlich 100 Euro für Bildungsausgaben, aber – was viel wichtiger ist – auch eine ideelle Förderung. Ich darf an Seminaren und Workshops teilnehmen, für die ich mich besonders interessiere und die mich intellektuell und menschlich weiterbringen. Zudem habe ich bereits sehr viele nette andere Teilnehmer*innen kennengelernt, wie beispielsweise bei einem speziellen Outdoor-Training in den Herbstferien.

Als Teilnehmer*in ist man verpflichtet, einen regelmäßigen Bericht über die eigene Entwicklung abzugeben und in ihm zu beschreiben, wie es in der Schule läuft, ob man etwas Besonderes geleistet hat und wie es einem persönlich geht.
Talent im Land ist nicht nur eine Organisation für Schüler*innen, sondern vielmehr eine kleine Familie. Egal welche Probleme oder Wünsche man als Teilnehmer*in hat, man darf sich immer an die Programmleiterin wenden und sich Hilfe holen.

Talent im Land ist eine Motivation für die Zukunft. Auch wenn es manchmal schwierig ist, zwischen Schule und Stipendium zu balancieren, ist es eine sehr schöne Abwechslung. Man knüpft sehr viele soziale Kontakte und lernt viele andere nette Menschen kennen. Man tauscht sich aus und es entstehen dadurch neue und wertvolle Freundschaften.

Ich bin sehr froh, dass ich ein Teil der TiL- Familie werden konnte und freue mich schon auf das nächste Schuljahr mit Talent im Land.

Lara Dahi (Q11)