Projekt „Unitag" an der FAU – ErfahrungsberichT


Das Projekt Unitag ist ein bayernweites Programm, bei dem besonders leistungsstarke oder hochbegabte Schülerinnen und Schüler der Oberstufe, die von der Schule vorgeschlagen werden, die Möglichkeit haben, freitags für ein Semester ausgewählte Vorträge, Lehr- und Informationsveranstaltungen quer durch alle Fakultäten/Fachbereiche hindurch, zu besuchen. Hierbei können die Schülerinnen und Schüler in den Unibetrieb hineinschnuppern und sich im Bereich des Studiums orientieren.

Gegen Ende des letzten Schuljahres wurde ich von meiner Oberstufenkoordinatorin Fr. Matzick-Reimann auf das bayernweite Projekt Unitag aufmerksam gemacht und ich wurde gefragt, ob ich mich denn nicht bewerben wolle.
Zunächst war ich mir allerdings sehr unsicher, ob ich mich überhaupt bewerben wollte, da ich nicht wusste, wie ich den ganzen Unterrichtsstoff nachholen sollte. Nach langwierigen Überlegungen habe ich mich aber letztendlich doch beworben, da mich meine Eltern und auch einige Lehrkräfte in dieser Entscheidung sehr bestärkt hatten.

Und so durfte ich nach erfolgreicher Bewerbung an elf Freitagen im Wintersemester 21/22 den normalen Unterricht an der Schule gegen Fachvorträge an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, kurz FAU, eintauschen. In der ersten und der letzten Veranstaltung bekamen wir Teilnehmende vor allem allgemeine Infos zu der FAU und zum Studium generell, außerdem hatten wir auch die Möglichkeit uns näher kennenzulernen. In den anderen neun Veranstaltungen hatten wir jede Woche eine andere Fakultät, bzw. einen anderen Fachbereich als Schwerpunkt, zu dem wir ausgewählte Vorträge anhörten, die oft auch interaktiv gestaltet wurden. So wurde bei der Lebensmittelchemie ein Online-Quiz in einen Vortrag mit eingebunden oder in einer live-Onlinevorlesung zum Thema „Bewegung und Gesundheit-Didaktik in der Mittelschule" der Philosophischen Fakultät konnten wir unsere Fragen an Studierende loswerden. Zu den Vorträgen von Lehrenden oder auch wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die extra für uns gehalten wurden, konnten wir immer auch im Anschluss noch Fragen stellen, teilweise kam es sogar zu fachspezifischen Diskussionen. Mich persönlich haben die Vorträge des Fachbereichs Mathematik sehr angesprochen. Unter anderem ging es dort auch um verschiedene Kodierungstheorien. Auch die Veranstaltungen zu den Ingenieurswissenschaften haben mir sehr gut gefallen, vor allem die Vorträge rund um die E-Mobilität oder auch die Quantenmechanik. Aber auch die zwei Tage, die der Rechts- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät gewidmet waren, fand ich sehr interessant.

Leider mussten coronabedingt alle Veranstaltungen online über Zoom stattfinden. Das war sehr schade, da wir so nicht die Möglichkeit hatten uns die Gebäude der Universität anzuschauen. Teilweise waren die einzelnen Veranstaltungen sehr unterschiedlich lang, so ging zum Beispiel der Tag mit dem Schwerpunkt „Lehramt" nur von 9.30 Uhr bis 12.30 Uhr, die Veranstaltung zum Thema Medizin allerdings von 9.00 Uhr bis 16.30 Uhr. Durchschnittlich dauerten die Veranstaltungen aber ungefähr fünf Stunden, meist von 9.00 Uhr bis 14.00 Uhr.
Alles in allem betrachtet hat mir der Unitag sehr gut gefallen. Es war sehr interessant die Vielfalt der Studienfelder zu entdecken und auch hilfreich in Bezug auf meine Studienwahl. So konnte ich den Bereich der Theater- und Medienwissenschaften beispielsweise komplett für mich ausschließen und mich eher in die naturwissenschaftliche Richtung orientieren.
Zudem war ich positiv überrascht, wie gut ich die Veranstaltungen mit dem Schulalltag vereinbaren konnte. Natürlich war es eine kleine Herausforderung elf Wochen lang immer den Schulstoff des Freitags eigenständig nachzuholen, aber dank zuverlässiger Unterstützung durch meine Mitschülerinnen hat das ganz gut geklappt. Auch war es eine große Erleichterung für mich, dass die Freitage von Klausuren freigehalten wurden. Um meine Abwesenheit im Unterricht und damit auch die geringere Möglichkeit für mündliche Noten auszugleichen, habe ich in den betroffenen Fächern (bei mir vor allem Deutsch und Englisch) im ersten Halbjahr Referate gehalten.

Aufgrund dieser positiven Erfahrungen würde ich allen Schülerinnen und Schülern, die dieses Angebot des Unitags erhalten, die Bewerbung ausdrücklich empfehlen. Denn diese einmalige Erfahrung und Bereicherung ist es meiner Meinung nach wert, elf Freitage zu versäumen :).

Eila Hertweck (Q11)