Mehrweg statt Meer weg - Gemeinsam gegen Plastik


Drei Projekttage zum Umweltschutz am Herder-Gymnasium

Spuren für unsere Nachwelt zu hinterlassen ist sinnvoll, lernen unsere Nachfahren doch auf diese Weise viel über unser Leben und unsere Geschichte. Allerdings gilt dies nur, wenn die Spuren nicht aus Plastik sind, denn jeder Fußabdruck aus Tüten, Flaschen und Bechern zeugt dann eher von unserer Verantwortungslosigkeit der Natur und den nachfolgenden Generationen gegenüber. Zwischen 500 und 1000 Jahren braucht Kunststoff, bis er verrottet ist!
Diese schädlichen Spuren zu vermeiden lernten die 6. Klassen des Herder-Gymnasiums beim Projekt „Mehrweg statt Meer weg – Gemeinsam gegen Plastik", das im Rahmen des vom Ministerium vorgegebenen Programms „Schule fürs Leben" stattfand.

Nach einer gemeinsamen Auftaktveranstaltung startete das abwechslungs- und lehrreiche Programm in den Klassen: Die verantwortlichen Lehrerinnen Christine Bett, Christina Knauer, Pamela Gwinner und Eva Seniuk organisierten unter anderem ein „plastikfreies Frühstück". Außerdem lernten die Mädchen und Jungen, Wegwerf-Verpackungen durch Upcycling einen neuen Sinn zu geben: Aus leeren Tetrapacks wurden so nützliche Alltagsgegenstände wie Geldbörsen, Stifteboxen und Blumentöpfe.


Kräftesammeln beim plastikfreien Frühstück


Upcycling von leeren Tetrapacks


DIY-Geldbörsen aus alten Tetrapacks

In einer weiteren Aktion besuchten die Schülerinnen und Schüler das Forchheimer Recycling-Unternehmen Fritsche, wo sie zwischen Papier-, Glas- und Plastikbergen schnell begriffen, zu welchen Massen an Abfall unser allzu oft sorgloser Umgang mit Verpackungen führt.


Besuch beim Forchheimer Recycling-Unternehmen Fritsch


"Sind das unsere alten Arbeitsblätter?"

Ein Höhepunkt des Schulprojekts war sicher das Plogging auf der Sportinsel unter Anleitung von Kathrin Schmitt, Toni Karabulut und Matthias Hösch. Die drei Mitglieder der Aktion „Forchheim-Plogging" erklärten den Jugendlichen, dass Schweden der Welt nicht nur ABBA und Ikea geschenkt hat, sondern auch die sinnvolle Idee, Sport an der frischen Luft mit dem Sammeln von Müll zu verbinden – die Wörter Jogging und plocka (schwedisch für „aufsammeln") verschmelzen so zum Wort „Plogging". Engagiert suchten die Schülerinnen und Schüler sowie die Lehrkräfte daraufhin zwei Stunden lang das zusammen, was unachtsame und rücksichtslose Menschen in der Umwelt entsorgt hatten. Die Sensationsfunde dabei waren neben Kindersandalen, Hundehalsband und Tablettenverpackung zwei originalverpackte Einweggrills, ein völlig unbeschädigter Stuhl sowie eine eher nicht mehr brauchbare Unterhose. Zurecht fragten sich die Mädchen und Jungen, wie man solche Dinge „aus Versehen verliert".


Plogging ...


... auf der Sportinsel

Um das Hintergrundwissen zum Plastikproblem zu vertiefen, wurden kurze Filmbeiträge ausgewertet. Die daraus entstehenden Diskussionen in den Klassen zeigten, dass das Thema Umweltschutz allen Beteiligten sehr am Herzen liegt und viel Bereitschaft vorhanden ist, sich dafür zu engagieren.
Die Erfahrungen und Erkenntnisse wurden abschließend auf Plakaten zusammengefasst, die in der Eingangshalle des Herder-Gymnasiums ausgestellt wurden. So kann die ganze Schulgemeinschaft von den drei Projekttagen profitieren und hinterlässt zukünftig hoffentlich vor allem plastikfreie, sinnvolle Spuren in der Welt.

Text: B. Sattler, E. Seniuk
Fotos: Bt, Gw, SB, Sn