Lesung mit Ewald Arenz


„Da merkt man richtig, dass er den Roman nicht liest, sondern lebt!" – Der Autor, dem dieses große Kompliment aus Schülermund gilt, ist Ewald Arenz, der im Rahmen der Literaturtage „Blätterwald" zu einer Lesung für die Schülerinnen und Schüler des Herder-Gymnasiums nach Forchheim gekommen war.


Eine gute Stunde lang trug er mit viel Herzblut Szenen aus dem Leben seiner Romanfigur, dem 16jährigen Friedrich, vor. Ob dieser nun vor der Herausgabe der alles entscheidenden Lateinschulaufgabe zittert oder überlegt, warum er dem hübschen Mädchen aus dem Schwimmbad nicht einfach seine Liebe gestehen kann – die jungen Zuhörer im Publikum hatten diese oder ähnliche Erfahrungen natürlich auch schon gemacht, obwohl der Roman in den 1980er Jahren angesiedelt ist. Daher konnte man nicht nur bei ihnen, sondern auch bei ihren Lehrern und Lehrerinnen immer wieder zustimmendes Nicken und wissendes Lächeln beobachten.
Das macht vielleicht den Reiz von Arenz' Roman „Der große Sommer" aus: Es ist eine Generationen verbindende Coming-of-Age-Geschichte, die zeigt, dass sich zwar die Technik ändert – statt am Handy verbringt Friedrich viel Zeit in Telefonzellen, um seinen Schwimmbadflirt zu kontaktieren - dass aber grundlegende Situationen und Probleme des Erwachsenwerdens (und vielleicht auch des Erwachsenseins) immer gleich bleiben. So kamen neben vielen lustigen Momenten auch nachdenkliche Aspekte zur Sprache: Wieso verbessern Lehrer Schulaufgaben eigentlich vor der Herausgabe immer so übertrieben ausführlich, obwohl dabei sowieso keiner aufpasst? Was macht echte Freundschaft aus? Überlebt man einen Köpfer vom 7-Meter-Brett? Wie soll man drei Jahre Latein und Mathe in sechs Wochen Sommerferien nachlernen? Weshalb verlieben sich Menschen ineinander? Und wie, verflixt nochmal, berechnet man den Flächeninhalt eines Efeublatts?
Durch den engagierten Vortrag entstand beim Publikum das Bild von Friedrich und seinen Freunden so farbig, dass die Zuhörerinnen und Zuhörer es fast bedauerten, als Arenz auf Nachfrage erzählte, dass nur manche Stellen autobiographischen Charakter haben und der Rest der Geschichte seiner Fantasie entsprungen ist. Überhaupt nahm sich der in Fürth lebende Autor, der hauptberuflich eigentlich Lehrer ist, viel Zeit, um die Fragen der Jugendlichen zu beantworten:
Ja, er sei ein genauso schlechter Schüler wie sein Romanheld gewesen und brauchte für das neunjährige Gymnasium elf Jahre.
Nein, seine Bekanntheit verschaffe ihm keinen Bonus bei seinen Schülerinnen und Schülern, die höchstens peinlich berührt seien, wenn sie im Namen ihrer Mütter um ein Autogramm von ihrem Englischlehrer bitten müssten.
Nein, Deutsch wollte er nie unterrichten, dazu liebe er Literatur zu sehr, als dass er sie im Unterricht sezieren und zerreden wollte. Außerdem sei er ja in der 10. Klasse unter anderem aufgrund einer Fünf im Fach Deutsch durchgefallen. Dass er es dennoch regelmäßig in die Bestsellerlisten schaffe, beweise, dass schulische Leistungen oft nur Momentaufnahmen sind.
Die Schülerinnen und Schüler wussten die offene, zugewandte Art des Autors zu schätzen und so bildete sich eine lange Schlange, als er zum Signieren Platz nahm. Auch hier fand Arenz Zeit für persönliche Worte und für ganz individuelle Widmungen.

Eine gute Stunde lang trug er mit viel Herzblut Szenen aus dem Leben seiner Romanfigur, dem 16jährigen Friedrich, vor. Ob dieser nun vor der Herausgabe der alles entscheidenden Lateinschulaufgabe zittert oder überlegt, warum er dem hübschen Mädchen aus dem Schwimmbad nicht einfach seine Liebe gestehen kann – die jungen Zuhörer im Publikum hatten diese oder ähnliche Erfahrungen natürlich auch schon gemacht, obwohl der Roman in den 1980er Jahren angesiedelt ist. Daher konnte man nicht nur bei ihnen, sondern auch bei ihren Lehrern und Lehrerinnen immer wieder zustimmendes Nicken und wissendes Lächeln beobachten.
Das macht vielleicht den Reiz von Arenz' Roman „Der große Sommer" aus: Es ist eine Generationen verbindende Coming-of-Age-Geschichte, die zeigt, dass sich zwar die Technik ändert – statt am Handy verbringt Friedrich viel Zeit in Telefonzellen, um seinen Schwimmbadflirt zu kontaktieren - dass aber grundlegende Situationen und Probleme des Erwachsenwerdens (und vielleicht auch des Erwachsenseins) immer gleich bleiben. So kamen neben vielen lustigen Momenten auch nachdenkliche Aspekte zur Sprache: Wieso verbessern Lehrer Schulaufgaben eigentlich vor der Herausgabe immer so übertrieben ausführlich, obwohl dabei sowieso keiner aufpasst? Was macht echte Freundschaft aus? Überlebt man einen Köpfer vom 7-Meter-Brett? Wie soll man drei Jahre Latein und Mathe in sechs Wochen Sommerferien nachlernen? Weshalb verlieben sich Menschen ineinander? Und wie, verflixt nochmal, berechnet man den Flächeninhalt eines Efeublatts?
Durch den engagierten Vortrag entstand beim Publikum das Bild von Friedrich und seinen Freunden so farbig, dass die Zuhörerinnen und Zuhörer es fast bedauerten, als Arenz auf Nachfrage erzählte, dass nur manche Stellen autobiographischen Charakter haben und der Rest der Geschichte seiner Fantasie entsprungen ist. Überhaupt nahm sich der in Fürth lebende Autor, der hauptberuflich eigentlich Lehrer ist, viel Zeit, um die Fragen der Jugendlichen zu beantworten:
Ja, er sei ein genauso schlechter Schüler wie sein Romanheld gewesen und brauchte für das neunjährige Gymnasium elf Jahre.
Nein, seine Bekanntheit verschaffe ihm keinen Bonus bei seinen Schülerinnen und Schülern, die höchstens peinlich berührt seien, wenn sie im Namen ihrer Mütter um ein Autogramm von ihrem Englischlehrer bitten müssten.
Nein, Deutsch wollte er nie unterrichten, dazu liebe er Literatur zu sehr, als dass er sie im Unterricht sezieren und zerreden wollte. Außerdem sei er ja in der 10. Klasse unter anderem aufgrund einer Fünf im Fach Deutsch durchgefallen. Dass er es dennoch regelmäßig in die Bestsellerlisten schaffe, beweise, dass schulische Leistungen oft nur Momentaufnahmen sind.
Die Schülerinnen und Schüler wussten die offene, zugewandte Art des Autors zu schätzen und so bildete sich eine lange Schlange, als er zum Signieren Platz nahm. Auch hier fand Arenz Zeit für persönliche Worte und für ganz individuelle Widmungen.



Die Veranstaltung war ein doppelter Erfolg – einerseits haben die Zehntklässlerinnen und Zehntklässler, die „Der große Sommer" als Klassenlektüre lesen werden, erfahren, dass Literatur etwas sein kann, was sie ganz persönlich angeht; andererseits hat Arenz sicher viele neue Leser und Leserinnen gewonnen. Der Dank muss deswegen auch Heike und Manfred Schade vom Forchheimer Buchladen „'s blaue Stäffala" gelten, die Arenz seit Jahren kennen und so den Kontakt zwischen ihm und der Schule hergestellt hatten. Es ist nämlich durchaus nicht selbstverständlich, dass einer der produktivsten und erfolgreichsten Schriftsteller Deutschlands, der in über 20 Sprachen übersetzt wird und dessen Gesamtauflage bei mehr als einer Million verkaufter Bücher liegt, für eine Schullesung bereitsteht. Dass er sie danns noch so authentisch und nah an den Jugendlichen gestaltet, zeichnet ihn aus und hat den Herder-Schülerinnen und -Schülern einen unterhaltsamen Abend bereitet.

Text und Fotos: B. Sattler