FRIEDENSPLAKATWETTBEWERB DES LIONS CLUBS FORCHHEIM


„Mit Mitgefühl führen" – was klingt wie der Titel eines Seminars für Unternehmensleiter und Teammanager, ist das Motto des 35. Friedensplakatwettbewerbs des Lions Clubs International, an dem sich auch zwei Klassen des Herder-Gymnasiums und eine Klasse des Ehrenbürg-Gymnasiums beteiligt haben.

Ein schwieriges, abstraktes Thema für die 11- bis 13-jährigen Künstler und Künstlerinnen, die es dennoch mit erstaunlichen Ideen und großer Kreativität umsetzten. Unter Leitung der Kunstlehrerinnen Carmen Erhorn-Feser und Bettina Specht entstanden bunte Plakate, die empathisches und wohlwollendes Verhalten in ganz unterschiedlichen Situationen zeigen: Ein Zug, angeführt von einer weißen Taube, der Kontinente verbindet; ein Kind, das einen blinden Freund über die Straße leitet; ein Passant, der einem verletzten Obdachlosen die Hand zur Hilfe reicht und viele mehr.

Die besten Gemälde zu küren war nicht leicht für die Jury, bestehend aus den beiden Lehrerinnen, der Forchheimer Künstlerin Milada Weber und Peter Dyck, dem Beauftragten für den Friedensplakatwettbewerb des Lions Clubs Forchheim. Schließlich einigte man sich auf vier Viertplatzierte, darunter Sarah Bauer (6B) und Lea Mages (6A) vom HGF, auf zwei dritte Plätze für die EGF-Schülerinnen Tuana Özmen und Jasmin Lottar, auf den zweiten Platz für Ronja Roith (6B) und auf den ersten Platz für Mara Häfner (6A), beide vom HGF.


Die Preisträgerinnen des HGF

Am 25. November fand nun in der Forchheimer Filiale der Volks-Raiffeisenbank, die den Wettbewerb zum 15. Mal unterstützt und die Geldpreise für die Sieger bereitstellt, die Vernissage für die schönsten Bilder und die Preisverleihung statt. In Anwesenheit von Bürgermeisterin Dr. Annette Prechtel und Bürgermeister Udo Schönfelder begrüßte Felix Fietzek von den VR-Bank die jungen Künstlerinnen, ihre Familien, Schulleiter und Lehrerinnen mit einem Zitat des Dalai Lama: „Wenn du möchtest, dass andere glücklich sind, übe dich in Mitgefühl. Wenn du glücklich sein willst, übe Mitgefühl." Er zeigte damit die große Bedeutung dieser Fähigkeit für alle Menschen, überall auf der Erde.
Dass Mitgefühl nämlich nicht nur im Großen, sondern auch im Kleinen Grundlage für Frieden ist, betonte im Anschluss auch Udo Schönfelder in seinem Grußwort: Frieden beginne in der Familie und im Freundeskreis und könne sich erst dann über Stadt, Land und Kontinent auf die ganze Welt ausweiten.

Und es sind wirklich ganz oft die kleinen Begebenheiten und Gesten, die Mitgefühl ausdrücken, wie die Preisträgerinnen in der Vorstellung ihrer Werke zeigten:


So erklärte Mara Häfner passend zur eben stattfindenden WM, dass manche Fußballtrainer ihre Spieler ohne Gnade über den Platz trieben, selbst wenn diese nicht mehr könnten. Auf ihrem Bild aber würden Trainer und Teamkollegen Empathie zeigen und einen angeschlagenen Spieler mit Bedacht vom Platz führen.



Ronja Roith hatte einen missglückten Ausflug in eine Höhle dargestellt, bei der die Retter die Verunglückten aus ihrem dunklen Gefängnis ins Licht brachten, ohne sich dabei vom Risiko für die eigene Unversehrtheit abhalten zu lassen.



Symbolisch setzte Sarah Bauer das Thema um: Von der grauen, düsteren Seite der Sozialen Medien mit ihrem Bodyshaming, den Hasskommentaren und dem daraus entstehenden Gefühl vieler Jugendlicher, nichts wert zu sein, weist echte Freundschaft wieder den Weg auf die grüne, blühende Seite.




Etwas konkreter, aber sicher auch sinnbildlich deutbar, trotzt eine Wanderin in Lea Mages' Plakat aller Gefahr und unterstützt ihre unsichere Freundin bei der Passage einer maroden Brücke über eine bedrohliche Schlucht.


Schließlich bekamen alle Gewinnerinnen ihre Preise überreicht: Vom Lions Club und der VR-Bank gab es Geldpreise, von den Schulen Büchergutscheine und Lions-Club-Mitglied Benedikt Graf von Bentzel spendierte Eintrittskarten für den Freizeitpark Schloss Thurn.
Wie Peter Dyck in seinem Schlusswort betonte, stünden die Lions für Frieden, Freiheit und Völkerverständigung auf der ganzen Welt. Wichtig sei es einerseits, junge Menschen, die Erwachsenen von morgen, zum Nachdenken über Frieden und Mitgefühl anzuregen, andererseits auch konkrete finanzielle Unterstützung vor Ort zu leisten, wie dies die Sektion der Forchheimer Lions tue, etwa bei Kinder- und Jugendprojekten oder bei der Unterstützung Hilfsbedürftiger im Landkreis.
Nach dem offiziellen Festakt betrachteten die Gäste interessiert die ausgestellten Bilder und unterhielten sich angeregt über Maltechnik und Darstellung. Auch hier zeigte sich das Verbindende von Kunst: Nicht nur, dass Künstler ihre Gefühle darin ausdrücken, sie wecken gleichzeitig im Betrachter Emotionen, regen zum Nachdenken an und initiieren Gespräche und Diskussionen.

Text und Fotos: B. Sattler