Projekt "Freund statt Fremd"


Asylantenkinder eine Zeit lang zu begleiten, Ihnen Halt zu geben und zu helfen, sich in einem fremden Land zurechtzufinden, das ist das Ziel eines Projektseminars aus dem Fachbereich Religion mit dem Namen „Freund statt Fremd".


Wenn Schülerinnen und Schüler der Oberstufe sich bereit erklären, allwöchentlich nach einem langen Schultag noch das Asylcafe aufzusuchen, dann gehört dazu eine gehörige Portion Motivation und die Bereitschaft, sich zu engagieren. Auf die Frage, warum sie sich ausgerechnet dieses Seminar ausgesucht haben, geben die Jugendlichen folgende Beweggründe an:
„Die Menschen, die hier nach einem langen Weg endlich in Deutschland ankommen, sehen sich mit einer völlig neuen Umgebung, mit einer fremden Kultur, manchen Vorurteilen und vielen Behördengängen konfrontiert. Daher finden wir es wichtig, den Menschen ein Gefühl von Schutz und ein Stück weit Geborgenheit geben zu können, um ihnen zu zeigen, dass sie hier willkommen sind. Viele von ihnen haben in ihrer Heimat schreckliche Dinge gesehen und erlebt. Indem wir Asylanten kennenlernen und ihre Geschichten und Erfahrungen wahrnehmen, wollen wir über unseren Tellerrand hinausblicken und die Hintergründe verstehen lernen, die Menschen zwingen ihre Heimat zu verlassen. Jeden Montagnachmittag gehen wir in das Asylcafe, das sich im Awo-Gebäude in der Kasernstraße 7 befindet. Es ist für alle Bürger und Asylantenfamilien offen. Wir versuchen uns dort einzubringen, wo wir gebraucht werden. Wir lesen den Kindern vor, helfen bei den Hausaufgaben, spielen, basteln oder hören einfach nur zu. Die Kinder und auch die Erwachsenen sind sehr offen und freundlich. Es wird viel gelacht und die Atmosphäre ist angenehm. Wir machen tolle neue Erfahrungen, bekommen Einblick in andere Kulturen und lernen neue Freunde kenne. Doch vor allem die Dankbarkeit, die man von den Menschen erfährt und das Gefühl helfen zu können, zeigt uns, dass es sich lohnt, sich für Flüchtlinge einzusetzen".

(S. Döbrich)