Der Hospitzverein Steillt sich vor


Hospizverein Forchheim stellt sich dem Herder-Gymnasium vor.

Eine ganz besondere Religionsstunde:

Im Meditationsraum der Schule trafen wir uns mit Frau Steubing und Herrn Seitz, zwei ehrenamtlichen Mitarbeitern und Sterbegleitern des Hospizvereins Forchheim, um uns über die Tätigkeit in einem Hospizverein zu informieren.

Der Hospizverein Forchheim wurde 1996 gegründet und besitzt momentan 250 ehrenamtliche Mitglieder. Wichtig für die Hospizbewegung sind die Worte „Hospiz" und „palliativ", erklärten uns die beiden: In einem Hospiz wird ein totkranker oder alter Mensch bis zu seinem Tod begleitet und man versucht mit Hilfe der palliativen Medizin seine Lebensbedingungen dahingehend zu verbessern, dass er bis zum Schluss möglichst ohne Schmerzen bei vollem Bewusstsein leben kann

Frau Steubing und Herr Seitz erzählten sehr anschaulich von ihren Begleitungen und von dem großen Spektrum an Wünschen, die die Patienten äußern. Manche singen gerne, spielen Spiele oder beten, andere wiederum wollen nicht reden, sondern sind froh, dass einfach eine Person da ist und deren Hand hält.
Doch nicht nur der Umgang mit den Stebenden gehört zu dem Tätigkeitsfeld der Begleiter, sie kümmern sich ebenfalls um die Angehörigen während und nach dem Sterben des begleiteten Menschen.

Unter uns Schülerinnen und Schülern tauchten viele Fragen auf, die ausführlich von den beiden beantwortet wurden, wie zum Beispiel: „Finden sie die Begleitung eines sterbenden Kindes schwerer als die Begleitung eines sterbenden Erwachsenen?" wollte eine Schülerin wissen.- „Wenn ein älterer Erwachsener stirbt, ist es meist der Lauf des Lebens, bei einem Kind geht es einem durchaus näher. Es hat meine eigenen Wertigkeiten verändert und man ist dankbar für die Gesundheit der eigenen Kinder und Enkel", antwortete Frau Steubing.
Immer wieder betonten sowohl Frau Steubing als auch Herr Seitz, dass sie nicht nur Gebende, sondern auch Empfangende seien und man sehr viel von Sterbenden lernen könne.

Gegen Ende der Doppelstunde machte Frau Steubing eine Übung mit uns Schülerinnen und Schülern, um uns gedanklich mit den Wünschen Sterbender vertraut zu machen. Es wurden mehrer Karten, auf denen Wünsche Sterbender standen, auf dem Boden verteilt und jeder von uns bekam drei Steinchen, um diese nach seiner eigenen Einschätzung auf die Karten zu verteilen. Als „Favoriten", die so auch tatsächlich in der Praxis der Hospizarbeit auftauchen, wurden die Wünsche „Zeit mit der Familie verbringen" und „Sich an Vergangenes erinnern" gewählt.

In einer Schlussrunde erzählten die beiden Hospizhelfer, dass sie ihr ursprüngliches Programm aufgrund der vielen Schülerfragen gar nicht geschafft hätten, aber von dem großen Interesse und den vielen Fragen begeistert gewesen seien.
Auch uns hatte diese Doppelstunde sehr gefallen. Es war eine recht schwere, aber ebenfalls interessante und lehrreiche Stunde, die zum Nachdenken anregte über ein Thema, das in unserer Gesellschaft leider zu oft „totgeschwiegen" wird.

Talena Stark