Exkursionen der Mittelstufe


Exkursion der 9. Klassen zur KZ-Gedenkstätte Dachau

"Nie wieder" – verfasst fünf verschiedenen Sprachen - so lautet die Inschrift eines Gedenksteins in der KZ-Gedenkstätte Dachau.

Nachdem sich die Schülerinnen und Schüler der 9. Klassen bereits im Unterricht ausführlich mit dem Thema Nationalsozialismus und den im „Dritten Reich" verübten Gräueltaten beschäftigt hatten, konnten sie bei der Exkursion zur KZ-Gedenkstätte Dachau selbst erleben und sehen, was es bedeutete, von den Nationalsozialisten in einem Konzentrationslager interniert zu sein.

Sowohl in der begleitenden Ausstellung wie auch während der Führungen erfuhren die Schülerinnen und Schüler mehr über das Schicksal einzelner Inhaftierter. Das eher trübe Wetter und der kalte Wind an diesem Märztag ließ die Jugendlichen erahnen, wie schwierig die Lebensbedingungen in diesem Konzentrationslager waren.

Ein anstrengender und lehrreicher Tag ganz unter dem Motto – "NIE WIEDER" - .

(C. Lessig)


Ein Bericht des Besuchs der KZ-Gedenkstätte Dachau 

Am 14. März 2018 besuchten wir die KZ-Gedenkstätte Dachau, um eigene Eindrücke vom Leben der Inhaftierten des Konzentrationslagers zu sammeln. Zwischen 1933 und 1945 waren in dem Lager Gegner der nationalsozialistischen Politik, so wie Menschen, die nicht der Ideologie der Nationalsozialisten entsprachen, wie zum Beispiel Juden, Homosexuelle oder Priester inhaftiert.

Als wir das Lager durch das Tor mit der Inschrift „Arbeit macht frei" betraten, waren wir alle über die Größe des Geländes erstaunt. Zunächst befanden wir uns auf dem riesigen Appellplatz, der auf der linken Seite von zwei wiederaufgebauten Wohnbaracken und auf der rechten Seite vom damaligen Wirtschaftsgebäude, welches jetzt als Lagermuseum genutzt wird, umschlossen ist.

Zunächst hatten wir eine Stunde Zeit, um uns im Museum, welches mit zahlreichen Infotafeln und Film- und Tonmaterial ausgestattet ist, über das Leben und damit auch über die Qualen der Häftlinge zu informieren.

Anschließend wurden wir für die Führungen in drei Gruppen aufgeteilt. Jede Gruppe wurde von einem gut ausgebildeten Führer, z.B. einem Geschichtslehrer geführt. Zu Beginn des Rundganges wurde uns auf dem Appellplatz viel über das Leben der Häftlinge erzählt. Unsere Führer erklärte uns, dass es eigentlich keine Möglichkeit gab, aus dem Lager zu fliehen. Bis 1939 gab es dennoch zwei gelungene Fluchtversuche. So gelang es im Januar 1939 Louis Übrig aus dem Lager zu entkommen. Leider wurde er schon nach wenigen Tage von SS-Männern gefasst, zurück ins Lager gebracht und vor allen auf dem Appellplatz Versammelten bloßgestellt. Wenig später verstarb er and den brutalen Misshandlungen, die er hatte erleiden müssen.

Kurz darauf durften wir das Gefängnis, welches von den Häftlingen nur „Bunker" genannt wurde, betreten. Wir alle verspürten in den kleinen Zellen ein sehr beengendes Gefühl. Unser Führer beschrieb sehr anschaulich, welchen grausamen Strafen die Häftlinge ausgesetzt waren. Eine sehr schmerzhafte Bestrafung war das Pfahlhängen. Dabei wurden die Häftlinge mit am Rücken zusammengebundenen Händen aufgehängt und damit unerträglichen Schmerzen ausgesetzt.

Daraufhin durften wir den Nachbau der ehemaligen Wohnbaracken betreten, die mit dreistöckigen Hochbetten aus Holz eingerichtet waren. Aufgrund des Platzmangels und der unzureichenden hygienischen Zustände war die Krankheits- und Sterberate sehr hoch.

Im letzten Teil der Führung zeigte uns der Führer das Krematorium und die sogenannte „X-Baracke", welche aus einem Warteraum, einer Umkleidekabine und einem Brausebad, welches eigentlich eine Gaskammer war, bestand.

Heutzutage kann man auf dem Gelände verschiedene Denkmäler finden, wie zum Beispiel die Todesangst-Christi-Kapelle oder das große Mahnmal am Appellplatz, welches an die grausame Zeit erinnern soll.

Gegen 14 Uhr traten wir die Rückreise an. So endete ein Tag der Bedrückung und des Nachdenkens. Wir fragen uns, wie so etwas Grausames passieren konnte und hoffen, dass in der Zukunft jeder ein achtsames Auge auf seine Mitmenschen wirft, um so etwas zu verhindern. Man sollte durch diese grausamen historischen Ereignisse erkennen, dass jeder Mensch gleich viel wert ist. An dieser Stelle möchten wir an den Opfern des Holocaust gedenken.

Laura Brendel & Nina Freund