Veranstaltungen


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Vortrag: „Süße Schokolade aus bitterem Kakao?"

 

Am 6. Februar 2019 hielt der Agrarökologe Dr. Arno Wielgoss von der Universität Würzburg einen Vortrag über Herkunft und Anbau der Kakaobohne, die Herstellung von Schokolade, und erklärte, auf was man als Verbraucher beim Schokoladenkauf achten sollte.

Zu Beginn erzählte er, warum ihm das Thema Kakaoanbau am Herzen liegt: Seit dem Abitur engagiere er sich in einem Kleinbauern-Projekt in Peru. Alle im Vortrag verwendeten Bilder habe er selbst gemacht, er wolle von seinen persönlichen Erfahrungen vor Ort berichten.

Die Kakaopflanze stammt ursprünglich aus Peru. Sie trägt ganzjährig Früchte, das heißt, die Ernte zieht sich über das ganze Jahr. Es gibt verschiedene Kakaosorten: Die für die Plantage gezüchteten, ertragreichen Sorten und edlere, kleinere Sorten, die weniger Ertrag bringen. Bei der Ernte helfen mehrere Bauernfamilien zusammen, wenn die Kakaobohnen vom Stamm getrennt, aus der harten Frucht gepult, fermentiert und getrocknet werden müssen. Hierbei zeigten sich auch die ersten Qualitätsunterschiede: Während billige Sorten nicht fermentiert und bei der Trocknung verunreinigt würden, achteten Bauern bei edlen Sorten auf eine saubere Umgebung und investierten in den Geschmack. Nur 5% des weltweit angebauten Kakaos sei ein Edelkakao.

Im Herstellungsprozess zur fertigen Schokoladen werden die Bohnen nun geröstet und zu Kakaomasse gemahlen. Durch das Pressen erreicht man daraus dann Pulver und Kakaobutter, ein hochwertiges Fett.

„Esst mal eine richtig gute Tafel Schokolade!"

Eine gute Schokolade bestehe ausschließlich aus Kakaomasse, Butter und Zucker, bei einer Milchschokolade wird noch Milchpulver hinzugegeben. Je kürzer die Zutatenliste, desto besser sei die Schokolade. Hier kritisierte er die Industrie: Um die schlechte Qualität des Kakaos wettzumachen, fügten sie andere Inhaltsstoffe hinzu. Das gehe auf Kosten des Geschmacks. Die Firma Lindt produziere am Tag etwa 400 Tonnen Schokolade, dort würde nicht sehr auf Qualität geachtet. Auf Nachfrage empfahl er die Marken Gepa und Vivani, die Liste der guten Hersteller sei jedoch nach oben offen. Als Faustregel gelte: Eine faire und gute Tafel Schokolade müsse mindestens drei Euro kosten, der Käufer solle auf Qualität statt Masse achten.

Für den Regenwald sei der Kakaoanbau häufig fatal: 35 Fußballfelder würden pro Minute für den Kakaoanbau zerstört. Weitere Gründe für die Zerstörung seien die Holzwirtschaft sowie die Palmfett-Produktion, Sojaanbau und der Rohstoffabbau. Man sollte auf Fleischverzicht, biologischen Anbau und die nachhaltige Verwendung von Handys, Laptops etc. achten.

Wielgoss erinnerte an den enormen Wert des Regenwalds für unseren Planeten: Er ist gut fürs Klima und enthält eine große Artenvielfalt: Auf 7% der Landfläche leben dort 90% aller Tier- und Pflanzenarten der Erde.

Dennoch wird er von Großkonzernen wie Kleinbauern zerstört: Letztere flüchteten wegen Wassermangel aus den Hochlagen der Anden und erhofften sich ein besseres Leben im Bergregenwald. Doch aus Unkenntnis setzen sie auf Brandrodung und Monokultur, wodurch sie große Flächen nicht mehr nutzbar gemacht haben. In Projekten, wie zum Beispiel seinem eigenen, brächten sie den Bauern Möglichkeiten bei, den Kakaoanbau nachhaltig zu gestalten.

„Es gibt Menschen, die pflanzen Bäume, anstatt sie abzuholzen"

Das könne der Konsument fördern, indem er auch hier auf Produkte aus solchen Projekten setzt. Doch dies passiere in Deutschland größtenteils nicht: Nur ein Prozent aller Schokoladen in Deutschland stammten aus fairem Handel. Wie es mit den übrigen 99% sei, erläuterte er konkret: Auf dem langen Weg der Schokolade, vom Kleinbauern über Zwischenhändler, Exportfirmen, verarbeitende Industrie, Groß- und Einzelhandel bis zum Kunden erreichten nur 6,6 Prozent des Geldes den Bauern, der Großteil geht an Supermärkte, Industrie und Börsenmakler, die mit dem Kakaopreis spekulierten. 1980 seien noch 16 Prozent an den Bauern geflossen.

Das Versprechen fairer Schokolade hingegen ist, dass keine Börsenhändler im Spiel sind, es einen festen Weltmarktpreis gibt und auf Transparenz geachtet wird. Kooperativen zwischen den Bauern vor Ort wurden gestartet, auf Kontakt mit den Händlern werde geachtet. Allen, die solche, fair gehandelte Schokolade kaufen wollen, empfahl er, auf entsprechende Siegel zu achten oder in einen Weltladen zu gehen. Für eine gute Schokolade müsse man aber auch etwas mehr zahlen.

Der spannende, teils humorvolle und anschauliche Vortrag, der bei den Schülern sehr gut ankam, regte zum Nachdenken an. Wielgoss hatte außerdem viele praktische Tipps für den Verbraucher auf Lager, die uns den Kauf einer guten Schokolade sicher erleichtern werden. So könne man eine geschmackvolle und faire Schokolade mit gutem Gewissen genießen.

Nicolai Prechtel, 8b


Fotos: Wielgoss / PERÚ PURO


Vortrag zum Entwicklungshilfeprojekt "We care for them"

Die Schülerinnen und Schüler der achten Klassen bekamen am 15.11.2018 einen Einblick in das Leben in Uganda. Janina Möck, eine ehemalige Schülerin des GFS, hat zusammen mit Hannington und Teresia Ambale, die eigentlich aus Kenia stammen, ein privates Entwicklungshilfe-Projekt namens „We care for them" ins Leben gerufen.
Sie geben Waisenkindern ein Zuhause und ermöglichen ihnen, in die Schule zu gehen. Das Ehepaar Ambale, zeigte den Achtkl
ässlern mit eindrucksvollen Bildern, wie man in Uganda lebt und wirtschaftet. Besonders eindringlich haben sie den Schülerinnen und Schülern vermittelt, welch ein Glück sie haben, eine Schule besuchen zu können. Denn dies ist in Uganda keineswegs Normalität.
M. Först


Fotos: M. Först