Oberstufentheater


ROMEO UND JULIA - DAS MASSAKER DER LIEBE

Endlich wieder Theater: Romeo und Julia mal anders am Herder-Gymnasium...
Einen wunderbaren Theaterabend der Oberstufen-Theatergruppe des HGF erlebten die Besucher von „Romeo und Julia – das Massaker der Liebe" am 5. April in der Aula des Herder-Gymnasiums: denn endlich durfte die vor wenigen Monaten neu formierte Theatergruppe wieder vor Publikum spielen.
Zu dieser Gelegenheit wurde der Klassiker schlechthin ausgewählt, William Shakespeares „Romeo und Julia" – wenn auch mit einer besonderen Note, denn den Zusatztitel „Das Massaker der Liebe", nach der Bearbeitung von Silvie Lang, kennt man sonst eher nicht. Romeo – überzeugend liebestoll, ein schwärmerischer Stürmer und Dränger, herrlich hormongesteuert dargestellt von Lousia Uhl - verliebt sich in Julia aus der wohlhabenden Familie der Capulets, die Sanja Nehmzow mal zickig mal schmeichelnd umgarnend gekonnt verkörpert. Alles könnte so schön sein, sogar die Familien (die mit der familiären Situation etwas überforderte Mutter Capulet, sehr authentisch gespielt von Hannah Weidt, und Vater Montague, den Johannes Becher als aristokratisch-disziplinierten Hagestolz verkörpert) sind – anders als bei Shakespeare – letztlich doch einverstanden, nur Julia will einfach nicht, ihr Herz gehört Paris, dem charmant-arroganten Grafen, den Miriam Moré einfach unwiderstehlich auf die Bühne bringt. Und dann ist da noch das berühmte Problem mit der Ex - der einfachen Müllerstochter (Emely Knobloch nimmt das Publikum als diese in ihren Bann), die ins Kloster abgeschoben wird, wo sie in die Geheimnisse der zuweilen auch tödlichen Kräuterkunde eingeweiht wird. Ihren Romeo an Julia verlieren? Kommt nicht in Frage! Selbst wenn dabei versehentlich ein Unbeteiligter (der Gemüsehändler, einfühlsam gespielt von Khaled Al Darwish) sein Leben lassen muss. Die vermeintlichen Nebenrollen wie die der Amme, Amelie Hagitte in einer intriganten Paraderolle, sowie die des lebensfrohen Mercutios, äußerst beeindruckend dargestellt von Yella Giannoulopoulos, entpuppen sich als die eigentlichen Strippenzieher im Stück - spritzig, humorvoll und temporeich setzt sich auf ihr Betreiben hin das Karussell der Rache, Täsuchung und Intrigen in Gang. Die Fechtszene mit Rettich, Karotte und Gabeln ist nur eines der Highlights der Produktion. Ada Basal und Melissa Kröppel als gelegentlich aufmüpfige Bedienstete des Hauses Capulet sowie Lars Schulze und Emilia Putnai als Leichengräber, die in diesem Massaker der Liebe alle Hände voll zu tun hatten, runden das Ensemble durch ihre überzeugenden Darstellungen ab.
Wie der Titel „Das Massaker der Liebe" schon andeutet, erweist sich die Problemlösung als schwierig und erfolgt nicht ganz gewaltfrei...

Text: si_kd Bilder: si