Schüleraustausch mit Rovereto


"Kennst du das Land, wo die Zitronen blühen?" Auf diese Frage, die sich schon der alte Goethe gestellt hatte, können Schülerinnen und Schüler des Herder- und des Ehrenbürg-Gymnasiums Auskunft geben.

Jedes Jahr starten ca. 40 von ihnen zu dem 10-tägigen Schüleraustausch nach Rovereto, der seit mehreren Jahrzehnten zwischen den beiden Forchheimer Gymnasien und dem Liceo Ginnasio Statale Antonio Rosmini intensiv gepflegt wird. Für die Schüler wird ein reichhaltiges Programm geschnürt, um ihnen breit gefächert das Hineinschnuppern in italienische Lebensart und vor allem in regionale Lebensbedingungen zu ermöglichen. Um hautnah italienisches Lebensgefühl zu spüren, werden die Schüler auch einzeln in Gastfamilien untergebracht. Neben Aktivitäten in den Familien finden ebenso gemeinsame Ausflüge statt.

Nach der Ankunft in Rovereto nehmen die italienischen Gastfamilien unsere Schüler in Empfang. Mit Händen und Füßen und ein wenig "Deutalienisch" ist die erste Nacht gut zu meistern.

Die Schüler lernen italienisches Schulleben kennen. Nach der Begrüßung durch den Schulleiter und dem Besuch einer Unterrichtsstunde wird Rovereto und die städtische Umgebung erkundet. Die Besichtigung der weltbekannten Friedensglocke darf dabei nicht fehlen. Anschließend gestalten Schüler aus Rovereto die Stadtführung.

Weitere Programmpunkte des Austausches sind der Gardasee mit einer Schifffahrt, eine Wanderung in der teilweise wilden, unberührten Natur vorbei an klaren Bergseen und alten Burgen sowie Verona. Dort werden die Arena, die Piazza delle Erbe, der Balkon der Julia und die Skaliger-Burg besucht. Und natürlich haben die Schüler auch noch genügend Zeit, die Stadt auf eigene Faust zu erkunden, um reiche Beute zu machen (diverse Degen, Masken, Taschen und sonstige veronesische Souvenirs).

Ein weiteres Highlight darf ebenso wenig fehlen. Venedig, die Perle der Adria. Vom Busfahrer am Rande der Lagunenstadt abgesetzt, geht es quer durch die überfüllte Stadt, durch kleine verwinkelte Gassen, über tausende von Brücken, vorbei an den unterschiedlichsten, bunt dekorierten Läden und einer unendlichen Anzahl von Bars und Restaurants, in Richtung Markusplatz. Dort wird der Markusdom besichtigt. Der Rückweg zum Busbahnhof wird auf der Wasserstraße genommen: mit dem vaporetto tuckert man entlang des Canal Grande durch die Stadt.
Dio mio, italienische Schüler haben es manchmal gar nicht so leicht, samstags ist Schulpflicht. Aber nach einem kurzen Unterrichtsvormittag steht das restliche Wochenende den Schülern und ihren Gastfamilien zur freien Verfügung.
Der letzte Austauschtag ist traditionell einem Weingut gewidmet. Im Anwesen der Familie Grigoletti im Vallagarina erfahren die Schüler Interessantes zum Weinanbau.

Zehn überaus interessante und auch emotional berührende Tage sind vergangen und so verläuft der Abschied doch sehr herzlich. Alle freuen sich auf den Gegenbesuch im September, dann heißt es "Benvenuti a Forchheim".

Ruth Konrad